Einfach Grün

Einfach Grün

Einfach Grün

Deutsches Architekturmuseum

farbenfrohe Ausstellungswand

Museumsbesuch
online und offline

Das Deutsche Architekturmuseum DAM in Frankfurt hat wieder offen. Cafés und Außenterrassen übrigens auch. Wir hatten das Glück bereits im März vor der temporären Schließung die Ausstellung „Einfach Grün – Greening the City“ anzuschauen.

Erste Informationen hatten wir bereits über die „Onlineführung“ mit Yorck Förster erhalten. Auch wenn sich die Ausstellung vor allem an interessierte Bürger richtet, hat sie auch für Designer, Architekten, Städte- und Landschaftsgestalter viel Interessantes zu bieten.

Faszinierende Gebäude

Yorck Förster stellte in einer seiner Onlineführungen besonders die beeindruckenden Gebäude wie den „Bosco Verticale“ in Mailand mit seiner Baumbepflanzung oder auch das „Hotel Oasia“ in Singapur mit seinen riesigen Bäumen auf terassenartigen Innenhöfen in luftiger Höhe vor.

Aber auch der „Köbogen“ in Düsseldorf oder das „Baumhaus“ in Darmstadt geben einen Eindruck was heute alles möglich ist, aber auch schon vor einigen Jahrzehnten probiert wurde.

Neben den Werken großartiger Architekten zeigt die Ausstellung auch praktische Beispiele von Living Walls, Pflanzsäcken oder Pflanzsäulen, die auch Mieter umsetzen können.

Fotografien von Stadtbegrüngung-Projekten

Fotografien von faszinierenden, begrünten Gebäuden in der Ausstellung „Einfach Grün“

Pflanzsäule im Museum
Informationstafel zu Dachbegrünung
vertikaler Garten
Ausstellung mit Texten und Grafiken

Stadtklima

Im Vordergrund steht vor allem der positive Effekt von Hausbegrünungen auf das städtische Klima und unseren Lebensraum. Lärmminimierung, Feinstaubbindung, Wasserrückhalt und Verdunsten, Temperaturreduzierung und Artenvielfalt sind Begrifflichkeiten, die in den technischen Skizzen immer wieder auftauchen.

Auf den unzähligen Informationstafeln werden Dachformen, Wandsysteme und Pflanzenarten genauer erläutert aber auch alte Vorurteile aus dem Weg geräumt. So wie z.B. die Frage ob wilder Wein den Putz zerstört, oder Photovoltaik in Konkurrenz zur Dachbegrünung steht.

Zukunftsvisionen

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm nicht nur in digitaler Form ist die Ausstellung eine Hommage an architektonische Visionäre. Gleichzeitig ist sie auch eine praktische Anleitung für Hausbesitzer und jene, die es werden wollen. Ein Aufruf gegen Betonwüsten und Kiesdächer, eine Intitiative für unsere grüne Zukunft in den Städten. 

Mehr inspirierende Texte zum Thema Nachhaltigkeit gibt es in unserem Blogbeitrag zur Dutch Design Week in Eindhoven.

Die Ausstellung läuft noch bis 11.7.2021. Parallel finden Exkursionen in Frankfurt statt. Von Juli bis September kann man die grünen Oasen von Stuttgart live erleben.

modulare Fassadengestaltung
Bernd Schwarzer

Bernd Schwarzer

Bernd Schwarzer

Europakunst

chaotisches Atelier mit Gemälden, offenen Farben, Staffeleien und Fahnen

ZU BESUCH BEI BERND SCHWARZER

Überraschend kam ich zu dem Vergnügen einen Atelierbesuch bei Bernd Schwarzer in Düsseldorf zu machen. Der Künstler persönlich hat meinen Bruder und mich über vier Stunden durch zwei seiner vier Ateliers und seinen neuen Ausstellungsraum geführt.

Öl-Porträt des Papstes in blau und gelb

„EUROPAKUNST“

Sein zentrales Thema ist Europa. Seit einigen Jahren dreht sich bei ihm alles darum: Seine Farbpalette baut sich um die Farben gelb und blau, aber auch schwarz, rot und gelb (gold) auf. Begonnen hat alles nach dem Mauerfall. Was seine Kunst auszeichnet, ist der unglaublich pastose Farbauftrag. Zu diesem hat ihn – wie er ausführt – van Gogh inspiriert, er hat die Dicke aber weit übersteigert. Ein weiterer für ihn wegweisender Künstler und Vorbild ist Joseph Beuys, bei dem er auch einige Zeit als Gaststudent gelernt hat.

IDEENREICH

Bernd Schwarzer selbst ist überaus sympathisch und strotzt vor Energie und Ideenreichtum. Zu den vielen Werken, die in Arbeit sind und seine Ateliers füllen plant er an seiner größten Vision – sein Europa-Museum. Dazu soll auch eine Akademie gehören und das Schwarzer Café. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch.

GEORDNETES CHAOS

Der pure Wahnsinn springt einem entgegen, wenn man das erste Atelier betritt. Ein scheinbares Chaos auf drei Stockwerken. Beeindruckt steht man da und weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Deckenhoch stapeln sich Fundstücke, Zeitungen, Bücher, Kunstwerke, Farbe, Pinsel, Kisten, dazwischen Work-in-Progress. Aber hinter dem Chaos steckt System. Alle Kisten sind beschriftet und mit einem Handgriff findet der Künstler, was er sucht. In unserem Fall alte Zeichnungen — und er hat richtig gute Zeichnungen. Man sieht, er hat sein Handwerk gelernt. Er redet über aktuelle und kommende Ausstellungen, seine Pläne und Visionen mit dem Europa-Museum und dass er gar nicht hinterher kommt. Irgendwie kenne ich das …

DIE ERSTEN WERKE

Zwei Frühwerke. Zwei Zeichnungen. Eine mit Bleistift, eine mit Tusche. Ein Stein auf einem riesigen Blatt Papier, das andere ein elektrischer Stuhl auf einem ziemlich kleinen Blatt Papier. Beide super gezeichnet. Fraglos.

DER NEUE SHOWROOM

Raus aus dem Atelier, die Straße runter und um die Ecke sieht man schon ein knallgelbes Mehrfamilienhaus mit fetter Aufschrift EUROPAKUNSTHALLE. Bernd Schwarzers Vision ist auf sehr gutem Weg Wirklichkeit zu werden. Wir betreten die heiligen Hallen und stehen schon mitten drin. Die kommende Ausstellung wird gerade vorbereitet, es hängen noch wenige Bilder, die meisten stehen an der Wand im Raum verteilt. Er stellt gerade im Landtag NRW aus und vor kurzem am Bundestag mit einer Ausstellung.

CROSS-OVER IM ATELIER

Innerhalb von 3 Minuten geht es mit dem Taxi zum nächsten Atelier. Es ist sein neustes und wurde davor von Günter Uecker bespielt. Überhaupt die ZERO-Gruppe war gleich hier um die Ecke und Kraftwerk auch, die jetzt auch ein Museum bekommen sollen, sagt er. Hier im Umkreis von einem Kilometer wären alle großen Künstler zugange. Die Tür geht auf, das Licht geht an, das ähnliche Chaos, wie im ersten Atelier, auf gefühlt 800 Quadratmetern. Verrückt. Doch hier sind mehr aktuelle Arbeiten zu sehen. Es hängen mindestens 20, 30 Bilder an Wänden und Staffeleien, an denen gemalt wird, der Farbauftrag ist mehr oder weniger weit fortgeschritten. Der Prozess ist ein langwieriger, er malt teils Jahre an einem Werk. Aktuell scheint es ein Cross-Over aus Pop-Art zu sein, er interpretiert Warhol mit seinem pastosen Van-Gogh-Strich, übermalt Magazine und wird politisch, indem er Politiker und Künstler in seinem Europa vereint.

Vielen Dank, Herr Schwarzer für diese ganz persönliche Führung!

PS: Ich liebe dich

PS: Ich liebe dich

ROLLENDE LICHTGESTALTEN

PS: Ich liebe dich

roter De Tomaso Mangusta Sportwagen ausgestellt als Kunstwerk

DIE AUSSTELLUNG „PS: ICH LIEBE DICH“ IM MUSEUM KUNSTPALAST DÜSSELDORF

Glänzender Lack, strahlende Felgen – Meisterwerke auf vier Rädern – zum ersten Mal in Europa wird der skulpturale Charakter des Automobils als Kunstwerk im Museum ausgestellt. „PS: Ich liebe Dich“ lautet der treffende Titel der Ausstellung im Museum Kunst Palast Düsseldorf, die vom 27.9.2018 bis zum 10.02.2019 stattfindet. Auch uns interessiert dieses Event im Hinblick auf Design. Es wirft die Frage auf: Wie präsentiere ich ein Produkt am besten? Denn auf Messen ist eine prägnante und innovative Präsentation jedes Produktes das A und O. Wird das Interesse des Besuchers nicht geweckt, sind die Inhalte nahezu hinfällig. Wir lassen uns auf der Sportwagenausstellung inspirieren.

AUTOS SIND KUNST

Kuratorin der Ausstellung Barbara Til wirft die Frage in den Raum: „Was sind Autos anderes als rollende Skulpturen?“ Hersteller wie Mercedes Benz, Jaguar, BMW, Ferrari und Porsche begeistern seit Jahrzehnten mit ihren Modellen und haben zeitlose Ikonen erschaffen. Ausgestellt werden dreißig Oldtimer aus den 1950er bis 1970er Jahren. Die Formensprache und das außergewöhnliche Design geben dem Raum eine ganz besonders elegante Ausstrahlung. Fast schon majestätisch thronen die teilweise handgefertigten Sportkarossen auf Plattformen und überzeugen die Besucher durch ihre gestalterische Einzigartigkeit. Eleganz und Rasanz in perfekter Kombination.

kristallblauer Prosche 911 auf einer grauen Plattform
Perspektive von vorne auf einen roten Sportwagen
silberner Sportwagen mit weichen Formen
Im Vordergrund ein orangefarbener Sportwagen scharf, im Hintergrund ein roter Sportwagen unscharf

BEGEHRTE EXPONATE

Die fahrbaren Gesamtkunstwerke sind größtenteils Prototypen. Sie waren auf der gesamten Welt unterwegs und stehen häufig in Garagen von Privatsammlern. Jeder dieser begehrten Wagen bringt seine eigene Geschichte mit und wirkt auf seine Weise.

Der rote De Tomaso Pantera ist uns nachhaltig im Gedächtnis geblieben – besonders das brachiale Heck macht ihn zu einem Unikat. Und doch ist er ein typischer Sportwagen, sowohl technisch, als auch optisch. Der Motor ist unter zwei Flügeltüren im Heck des Autos versteckt. Obwohl die De Tomaso Modelle sowohl leistungsstark, als auch hochwertig gebaut wurden, wurden Sie nie als ernsthafte Konkurrenz zu anderen Sportwagen-Herstellern angesehen.

Als Beispiel ist hier natürlich die Ikone unter den Rennwagen zu nennen: der Porsche 911. Dieser ist der absolute Klassiker und Inbegriff der Marke Porsche. Er ist in der Düsseldorfer Ausstellung in seltenem „kristallblau“ zu bestaunen.

Nicht zu vergessen: Die Mutter aller Rennwägen, der Lamborghini Miura. Dieser Vorgänger des Lamborghini Countach, der ebenso in „PS: Ich liebe Dich!“ ausgestellt ist, zählt zu den schnellsten Sportwagen seiner Zeit. Er hat einen quer eingebauten Mittelmotor, der direkt hinter den Sitzen liegt.

Dies sind nur einige Eindrücke – nicht nur als Auto-, sondern auch als Design- und Kunstliebhaber, könnte man diese Liste noch lange weiter führen.

Fahrerseite eines roten Sportwagens
goldener Rennwagen

MIT LICHT INSZENIERT

Durch den schwarzen Hintergrund und die reduzierte Formensprache der Podeste nimmt sich der Raum zurück und lässt die rollenden Diven in vollem Glanz erscheinen den Raum einnehmen. Das akzentuiert gesetzte Licht lässt die Besucher als Statisten in den dunklen Hintergrund treten. Der bewusst gesetzte Hell-Dunkel-Kontraste setzt die Objekte in Szene. Die bewusst gesetzten Spitzlichter betonen die Formen und Konturen der Exponate und huldigen den Strich der Designer bei ihrem Entwurf. Auch auf Messeständen ist dieses Prinzip entscheidend: Die gekonnt gesetzte Beleuchtung betont die Formen des Exponats und hebt wichtige Details heraus.
Lichtgestalten mit Licht gestaltet – „PS: Ich liebe Dich“ zeigt wie viel man mit der richtigen Präsentation von Exponaten herausholen kann – gleich ob im Düsseldorfer Kunst Palast oder auf der nächsten Messe. Wir waren begeistert von den Ikonen auf vier Rädern!

Heck eines giftgrünen Ferrari Dino 246 GTS